MITTEILUNG

Berlin, November 2021

Lage bei den Lieferketten ist angespannt

Liebe Kund:innen,

seit Beginn der Corona-Krise sehen wir uns mit starken Probleme in der Lieferkette konfrontiert. Es bleibt leider weiterhin holprig bei den Auslieferungen. Wir möchten die Gelegenheit nutzen, um für die aktuellen Lieferverzögerungen, die einige unserer Modelle betreffen, um Entschuldigung zu bitten und euch zu versichern, dass wir alles tun diese zu verringern oder erst gar nicht entstehen zu lassen. In Zeiten einer weltweiten Pandemie, einer Suez-Havarie, einer generellen Rohstoffknappheit und einem nie dagewesenen Bike-Boom ist das eine echte Herausforderung. Wir würden sogar so weit gehen, es als die größte Herausforderung unserer Firmengeschichte zu bezeichnen. In diesem Newsbeitrag möchten wir versuchen Erklärungen und Hintergründe zu geben und zu bekräftigen, dass wir in der Situation mit unseren Händlern im Schulterschluss stehen und gemeinsam versuchen die Räder in die Läden zu bekommen.

Knappheit bei Aluminium, Kautschuk und Stahl

Unter anderem aufgrund von anhaltender Rohmaterialknappheit – insbesondere Aluminium, Kautschuk und Stahl – kämpfen wir nach wie vor mit hoher Volatilität der Lieferzusagen unserer Lieferanten. Ein weiterer Faktor, der die Lieferzeiten in sehr kurzen Zeitsprüngen ansteigen lässt, ist die bereits überdurchschnittlich hohe und weiter steigende Nachfrage von Fahrradkomponenten auf dem Weltmarkt. Im Vergleich zu Vor-Corona haben sich die Lieferzeiten teilweise verfünffacht. Das hat einerseits mit der gesteigerten Nachfrage zu tun, andererseits sind aber auch die Produktionskapazitäten aufgrund von Corona-Maßnahmen dezimiert bzw. teilweise auch durch vorübergehende Werksschließungen temporär ausgesetzt. Ein solches dynamisches Wachstum ist in der Fahrradbranche einzigartig und noch nie dagewesen, sodass Fahrradhersteller und Zulieferer vor großen Herausforderungen stehen.

Beschleunigung der Transportwege

Wir als Hersteller reagieren darauf mit der massiven Erweiterung unseres Planungshorizonts und haben unser Monitoring intensiviert. So prüfen wir drohende Verzögerungen schon sehr weit im Voraus, um frühzeitig reagieren zu können. Zudem kompensieren wir derzeit Lieferverzögerungen in nie dagewesenem Maße mit Luftfrachtsendungen statt herkömmlicher Seefracht für die Teile aus Fernost. Spezifikationsänderungen versuchen wir allerdings weitestgehend zu vermeiden, um die Exklusivität unserer Räder zu wahren. Seid versichert, dass wir alle Hebel in Bewegung setzen, bereits kommunizierte Liefertermine zu halten oder Verschiebungen möglichst gering zu halten. 

Unsere Zulieferer versuchen gerade ebenso alles in ihrer Macht stehende, um die Produktionskapazitäten hochzufahren und der Nachfrage gerecht zu werden, sodass die Lieferzeiten nicht ins Unermessliche ansteigen. Aber auch dem sind Grenzen gesetzt, da dies oft mit baulichen Maßnahmen und der Beschaffung von Spezialmaschinen verbunden ist.

Gründe für Verzögerungen individuell und dynamisch

Konkret gesagt sind die Gründe für Verzögerungen bei jedem Modell sehr individuell und schlimmer noch – auch sehr dynamisch. Ist es in der einen Woche die Bremse, die verspätet kommt, kann es in der nächsten Woche die Gabel sein, die plötzlich mit einem verspäteten Liefertermin vom Lieferanten angekündigt wird. Die Krux liegt aber auch darin, dass wenn eine Komponente für die Produktion fehlt und sei sie vermeintlich noch so unwichtig, führt es dazu, dass die Produktion dieses Modells nicht beginnen kann. Vor allem das Modell Hannah ist betroffen und musste aufgrund diverser kurzfristiger Lieferengpässe im Produktionsplan immer wieder nach hinten verschoben werden. Aber generell sind auch alle weiteren Modelle betroffen, eine Ausnahme gibt es leider nicht.

Wir möchten noch einmal aufrichtig für die Lieferverzögerungen um Entschuldigung bitten und hoffen, dass unsere Räder trotzdem für viele schöne Radfahrstunden sorgen werden.


Martin Schellhase und Jörg Schindelhauer